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BLOGBEITRAG

Die innere Stimme






Die innere Stimme stellt "sich oft vor, dass Dinge schief gehen oder schlecht ausgehen, das nennt man "sich sorgen".", heißt es in Eckhart Tolle's Buch "Jetzt! Die Kraft der Gegenwart".






Als ich diesen Satz gelesen habe, kamen in mir verschiedene Gedanken und Gefühle zum Vorschein. Sich sorgen? Das klingt so absurd. Ich baue ein Gedankenkonstrukt über ein zukünftiges Ereignis auf und bestücke dieses mit unwahrscheinlichen Horrorszenarien. Und als würde das nicht schon genug Eigenleid verursachen, fange ich an mir Sorgen zu machen, dass dieses Konstrukt wohlmöglich Realität werden könnte. Ich bin besorgt.


Dieses Gefühl von "besorgt sein" löst wiederum andere negative Gefühle, wie Angst, Trauer oder Wut in mir aus. Durch diese Sorge, die zu den genannten Gefühlen führt, handle ich dann auch aus diesen Gefühlen heraus. Ich treffe Entscheidungen aus Angst, damit bloß nicht dieses eine Horrorszenario, welches bisher nur in meine Gedanken statt fand, eintritt. Das bedeutet, dass mein persönlicher Weg bis hin zu dem zukünftigen Ereignis unglaublich erschwert wird... auf Grundlage einer Sorge.


So runtergebrochen klingt das Ganze grade für mich einfach absurd und irgendwie ironisch.

Denn auf der anderen Seite gibt es die Möglichkeit zu leben. Wenn ich mich nicht in die Zukunft hinein "sorge", sondern im Hier und Jetzt bleibe, in der Gegenwart, dann habe ich ja gar nicht die Möglichkeit diesem zukünftigen Ereignis ein Stempel aufzudrücken. Dann ist das Ereignis erst ein mal neutral.

Durch meine gegenwärtigen Handlungen und Entscheidungen, die auf Liebe und Vertrauen basieren, kann ich dem zukünftigen Ereignis gestärkt und positiv entgegen treten. Die Liebe und das Vertrauen kann ich durch Achtsamkeit und Bewusstsein in meine Gegenwart bringen. Mit der Zeit wird dann das zukünftige Ereignis in die Gegenwart rücken. Bleibe ich im Hier und Jetzt also achtsam und handle aus Liebe, statt aus Angst, dann wird auch dieses (zukünftige) Ereignis ein liebevolles.


Blicke ich jedoch sorg-voll in die Zukunft mit negativen Gefühlen, die sich in der Gegenwart bemerkbar machen, wird auch das zukünftige Ereignis ein negatives. Denn die Zeit läuft weiter und irgendwann ist das zukünftige Ereignis kein zukünftiges mehr, sondern das Leben.

Ich kann jetzt entscheiden mit welchen Gefühlen ich der Zukunft entgegen treten möchte. Wünsche ich mir Sorge und gebe negativen Gefühlen, wie Angst und Zweifel, Raum zu wachsen oder darf in mir vielleicht sogar Vertrauen entstehen, indem ich Liebe und Achtsamkeit in meine Handlungen bringe? Es scheint mir, als würde meine Zukunft bei einer Entscheidung beginnen.


Jenny Ostrowski, Heilpädagogik B.A., Entspannungspädagogik

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